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Montag, 26.06.2017

Dem Mittelalter auf der Spur

Unterrichtsgang des LK Geschichte 11 (Hof) zum Kaiserdom und zur mittelalterlichen Synagoge

Am Mittwoch, 18.11.2015, verlegte der LK Geschichte 11 mit Herrn Hofmann den Nachmittagsunterricht zum Thema „Das mittelalterliche Reich zur Zeit der Salier“ an die Originalschauplätze in Speyer und unternahm eine kleine Zeitreise zum Dom und zum mittelalterlichen Judenhof.

Zunächst wurde im Domgarten die aus den 1930er Jahren stammende Figurengruppe in den Blick genommen, die die vier salischen Kaiser des 11./12. Jahrhunderts darstellt. Ausgehend von den Kaiserstatuen wurden die historischen Hintergründe der Zeit des Dombaus kurz rekapituliert, wobei der Schwerpunkt hierbei auf Heinrich IV und seiner Auseinandersetzung mit dem Kirchenreformpapst Gregor VII, also dem so genannten Investiturstreit lag. Anschließend erläuterten die Kursmitglieder Markus Breuer und Jamie Atachagah anhand ihres vorbereiteten Referates die Baugeschichte des Doms und dessen architektonische Besonderheiten. Während des 45minütigen Rundganges um den Dom und im Dom wurden den Zuhörern insbesondere die typischen Merkmale der romanischen Architektur anhand konkreter Beispiele am Gebäude nahe gebracht und die den Sakralbau durchziehende (Zahlen-)Symbolik sowie deren Bedeutung erläutert. Um die typischen Merkmale der Romanik zu verdeutlichen, wurden schließlich in einem kurzen Vergleich die (gegensätzlichen) Merkmale der Epoche der Gotik gegenübergestellt. Die Führung endete schließlich kurz vor Sonnenuntergang mit dem Besuch der Kaisergräber in der Krypta, dem ältesten Teil des Doms, ein Ort, an dem die Welt des Mittelalters auch heute noch erlebbar und fühlbar scheint.

In einem weiteren Vortrag erläuterte Sinan Burdurlu anschließend typische Merkmale mittelalterlicher Malerei und darstellender Kunst sowie die Funktion der Kunst als Ausdruck von Macht und Herrschaft in dieser historischen Epoche.

Das zweite Ziel war schließlich das in der Judengasse befindliche Museum mit den Überresten der mittelalterlichen Synagoge und der vollständig erhaltenen Mikwe, dem jüdischen Ritualbad. Der Kurs erhielt hier eine Führung, in der nicht nur die baulichen Überreste der mittelalterlichen Synagoge erläutert, sondern auch auf das Leben der Juden in mittelalterlichen Städten und die Besonderheiten der Sitten und Gebräuche der jüdischen Bevölkerung im Vergleich zu der christlichen Mehrheit eingegangen wurde, wobei die spezielle Situation der mittelalterlichen jüdischen Gemeinde in Speyer und deren Entwicklung besonders in den Mittelpunkt gestellt wurde.

In diesem Zusammenhang wurde sowohl auf die Tatsache, dass Juden von den mittelalterlichen Kaisern und dem bischöflichen Stadtherrn gezielt angesiedelt und geschützt wurden als auch auf die häufigen Pogrome und deren Ursachen hingewiesen.

Vivian Bettag, Thomas Hofmann

Geschichte-Grundkurs auf den Spuren der Demokratiebewegung

Die Exkursion des GK Geschichte 12 zum Hambacher Schloss am 16.10.2014 begann an einem nebligen und feuchten Morgen mit einer Wanderung vom Bahnhof in Neustadt durch den Wald hinauf zum Schloss. Nach einer kurzen Einführung in die Entstehungsgeschichte des Schlosses und über ihre im Laufe der Jahrhunderte wechselnden Besitzer wurden uns Aufgaben zugeteilt, die wir mit Hilfe der dortigen Ausstellung, in der es um das Hambacher Fest von 1832 geht, lösen sollten. Durch Texte, Bilder und Audio-Beispiele wurden uns die politischen, gesellschaftlichen und sozialen Hintergründe und Ursachen dieses historischen Ereignisses näher gebracht. Das Hambacher Fest wurde 1832 mit ca. 20000 Teilnehmern aus Deutschland und Europa auf diesem Schloss gefeiert. Als Ausdruck der Forderungen nach Einheit, Freiheit und demokratischer Mitbestimmung wurde die schwarz-rot-goldene Fahne auf das Schloss getragen, die späteren Farben des demokratischen Deutschland. Nachdem wir unsere Aufgaben erledigt hatten, kehrten wir wieder mit dem Zug nach Speyer zurück. Alles in allem war es ein sehr informativer und interessanter Tag.

Michael Fuhrmann

„Aufstand des Gewissens – Militärischer Widerstand gegen Hitler und das NS-Regime"

Bericht über die Exkursion der Geschichtskurse der MSS 13 (Hofmann) zur Ausstellung am 22.09.2014

Die Exkursion begann mit der gemeinsamen Busfahrt von unserer Schule in die Gemeindehalle Waldsee, welche dankenswerterweise kostenfrei von der Bundeswehr organisiert worden war, auf deren Einladung wir die Ausstellung besuchten.

Erarbeitet wurde die Ausstellung vom Militärischen Forschungsamt Potsdam, das dem Bundesverteidigungsministerium zugeordnet ist.

Zu Beginn erhielten die Schülerinnen und Schüler eine Einführung, in der ein Bundeswehrsoldat mittels einer Powerpoint-Präsentation versuchte, die Schlüsselbegriffe des Ausstellungstitels, „Gewissen“ und „Widerstand“, zu definieren.

Danach bearbeiteten wir das Thema, indem wir uns die in sechs Abschnitte gegliederte Ausstellung mit Hilfe eines Fragebogens, den der Kursleiter uns vorher ausgeteilt hatte, erschlossen. Es dauerte rund eineinhalb Stunden, bis man sich komplett durchgearbeitet hatte.

Als Resümee kann man festhalten, dass die Ausstellung sehr informativ ist. Positiv ist vor allem die Darstellung des Themas anhand vieler Quellen, wie beispielsweise Bilder, Briefe und Dokumente aus der NS-Zeit, wodurch der Betrachter einen plastischen und auch nachhaltigen Eindruck der Hintergründe und Beweggründe der im Widerstand gegen Hitler handelnden Personen erhält.

Derartige Veranstaltungen und Ausstellungen sind zweifellos notwendig und sinnvoll, um der heutigen Generation die Gefahren von Diktatur und einseitiger Propaganda zu vergegenwärtigen. So nimmt es auch nicht Wunder, dass die Ausstellung mit dem als Appell zu verstehenden Kapitel „Das Vermächtnis des Widerstandes“ schließt.

Allerdings konnte man sich auch des Eindrucks nicht erwehren, dass die Initiatoren der Ausstellung bemüht waren, die Rolle der Wehrmacht als nützlicher Helfer des NS-Regimes herunterzuspielen, um letztlich ein möglichst positives Bild des Militärs zu hinterlassen.

Florian Harz, LK Ge 13 (Hof)

Eine Fahrt mit der Lusoria Rhenana

Der letzte Wandertag im Schuljahr stand (mal) wieder an und wir, Stammkurs 12 unter der Leitung von Frau Anders, sahen unser Ziel auf hoher See.

Die Odyssee begann mit der Abfahrt im Jahre 2014 und einer Zeitreise zurück zu den alten Römern in das 3. Jahrhundert nach Neupotz. Dort angekommen fanden wir uns vor einem realitätsgetreuen Nachbau eines römischen Flussschiffes, der Lusoria Rhenana. Zwölf starke Schüler und zwei starke Lehrerinnen, Frau Anders und Frau Ritter, bewegten, nach einer kurzen Einführung in die Ruderkunst, den sieben Tonnen schweren und 18 Meter langen Koloss mit Hilfe von 4,5 m langen Riemen, wie die Ruder genannt werden, mit einer gewissen Leichtigkeit (Besatzung maximal 30 Personen). Unter den strikten Anweisungen des Steuermannes gaben die Schlagmänner den Rudertakt vor, welchen wiederrum die anderen Mitruderer erfolgreich weiter übernahmen. Durch die Teamarbeit des Kurses schafften wir es, das Schiff unfallfrei aus der Parklücke zu manövrieren. Die weitere Fahrt verlief ebenfalls ohne Probleme. Zwischenzeitliche Ruderpausen wurden jedoch nicht zur Erholung genutzt, sondern dienten zur Erlernung neuer Rudertechniken, sodass wir uns in knapp zwei Stunden die verschiedensten Ruderarten aneigneten und den Römern sicherlich Konkurrenz gemacht hätten!

Doch nicht nur das Rudern war angesagt. Ein kleines Quiz, das bei falscher Beantwortung eine Strafe zur Folge hatte, fand großen Anklang bei den Schülern. Zudem bekamen wir Wissenswertes über damalige Flora und Fauna, sowie über die Geschichte der Römer am Rhein erzählt. Durch einige Anschauungsobjekte wie z.B. einer ellenlangen Karte (Tabula Peutingeriana, 680 x 34 cm große Rollkarte) sowie antiken Gegenständen erlebten wir Geschichte hautnah. Danke hierfür!

Fabian Stassek und Christoph Ritter

Eine Dombesichtigung der Klasse 8b

Hier geht es zum Bericht...

 

 

Kastanien, Wein und dolce vita?

Das Leben der Römer in der Pfalz

 

Was wäre die pfälzische Kultur gerade im Herbst ohne die für die Region typischen kulinarischen Highlights wie Keschde und Woi. Dass diese ursprünglich aus dem Süden stammenden Spezialitäten überhaupt in die Region gekommen sind, verdanken wir dem Expansionsdrang der Römer, die sich seit dem ersten Jahrhundert v.Chr. zunehmend auch in die Gebiete nördlich der Alpen vorwagten und besonders entlang des Rheins zahlreiche Stützpunkte und Militärlager zur Sicherung der Grenzen errichteten. Ihre Kultur und Lebensweise wurde von den römischen Legionären gleich mitgebracht und von den ursprünglich hier lebenden keltischen und germanischen Stämmen mit der Zeit übernommen. Um die Lebens- und Arbeitswelt der damals in unserer Region ansässigen römischen bzw. romanisierten Bevölkerung genauer zu erkunden, unternahm unser Stammkurs Geschichte von Herrn Hofmann am 26.09.2013 einen Ausflug zur Villa Rustica bei Wachenheim. Gemeinsam mit dem Kurs von Herrn Seither fuhren wir mit dem Zug nach Wachenheim und liefen anschließend zu dem Ausgrabungsgelände. Im Vorfeld hatten einzelne Schülerinnen und Schüler mittels der im Internet zur Verfügung stehenden wissenschaftlichen Materialien zur Ausgrabungsstätte (http://www.villa-rustica-wachenheim.de) Vorträge zu verschiedenen Themen erarbeitet. Auf diese Weise sollte den Mitschülern das römische Landgut mit seinen verschiedenen Gebäudeteilen und deren ursprüngliche Funktionen und Besonderheiten anhand der noch zu besichtigenden Gebäudereste erläutert werden. Zunächst machte die Gruppe eine kurze Pause, in der sich die Referenten mit dem Gelände in natura vertraut machen konnten. Danach teilte sich die Gruppe in die zwei verschiedenen Kurse auf. Zuerst wurden auf einem Rundgang durch das Gelände alle Gebäudeteile von den Referentinnen und Referenten vorgestellt. Als besonders beeindruckend wurde in diesem Zusammenhang die hohe Zivilisationsstufe der Römer empfunden, welche bereits vor rund 2000 Jahren über eine komfortable Fußbodenheizung sowie Toiletten mit Wasserspülung verfügten, deren Funktionsweise sich anhand der vorhandenen Überreste in Wachenheim sehr gut nachvollziehen lassen. Anschließend bekamen die Schülerinnen und Schüler Arbeitsblätter mit "archäologieschen" Aufträgen, von denen manche direkt auf dem Gelände erledigt werden mussten, wie beispielsweise die Vermessung bestimmter Gebäudeteile. Nach dem Besuch des römischen Landguts gingen die Kurse noch ins Historische Museum in Speyer. Auch hier übernahmen es Schülerinnen und Schüler, die Gruppe durch die römische Abteilung zu führen. Anhand der vorhandenen Exponate und Rekonstruktionen erhielten die Schülerinnen und Schüler einen lebendigen Einblick in die Religion, das Militärwesen, die Wirtschaft und das Alltagsleben der Römer am Rhein. Durch den Museumsbesuch wurden die Eindrücke vom Besuch der Ausgrabungsstätte veranschaulicht und vertieft. Für alle Beteiligten war die kleine Tagesreise in die römische Geschichte der Pfalz zwar anstrengend, aber sehr interessant und eindrücklich.

 

Elisabeth Früh und Thomas Hofmann

 

 

6b bei Domführung des Bistums Speyer

Am 04.07.2013 machte sich die Klasse 6b unter der Führung von Frau Palenczat und Herrn Seither auf, um das Wahrzeichen von Speyer, den Dom, mit Hilfe von Audioguides besser kennenzulernen.

Fotos: Jutta Jansky

Geschichte - Exkursion zum Technoseum Mannheim (19.03.2013)

Am letzten Schultag vor den Osterferien gingen die beiden Geschichte Lk's der Jahrgangsstufe 12 mit Herrn Hofmann und Herrn Kolmar in die Sonderausstellung des Technoseums in Mannheim „Durch Nacht zum Licht?“, die die Arbeiterbewegung im Zeitraum von 1863 bis heute mit vielen Ausstellungsstücken darstellte. Anhand dieser Ausstellungsstücke zeigte uns eine Mitarbeiterin des Technoseums im Rahmen einer sehr interessanten Führung den langen Weg der Arbeiterklasse zum „Licht“. Jeder Raum stellte dabei ein Arbeitsmilieu dar, so führte sie uns durch die Jahrhunderte bis zum heutigen Tage, mit vielen Informationen zu dem beschwerlichen Alltag, den die Arbeiter im Laufe der letzten 150 Jahre durchleben mussten.

Die Führung dauerte 2 Stunden und im Laufe dieser Zeit wurden wir - ja, auch die Lehrer - in unserem Wissen über das Leid, das die Arbeiter in ihrem Kampf durchlebten, für bessere Arbeitsbedingungen, Bezahlung & gegen soziale Ungleichheiten, sehr bereichert!

 

 

Geschichtsexkursion (Klasse 11)

Geschichtsexkursion nach Wachenheim mit Herrn Hofmann

Am Donnerstag, dem 27. September 2012, besuchten die beiden Grundkurse Geschichte 11 von Herrn Hofmann zusammen mit Frau Kalkbrenner und Frau Diehl die archäologische Ausgrabungsstätte "Villa Rustica". Es ging mit dem Zug nach Wachenheim und von dort zu Fuß zu dem in den Weinfeldern gelegenen kleinen Freilichtmuseum. Umgeben von den steinernen Überresten des römischen Landhauses aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. bekamen die Schüler durch Referate ihrer Mitschüler Informationen über die römische Landhausarchitektur, Wohnkultur und über die Landwirtschaft in der Pfalz in römischer Zeit. Sie erfuhren, wie ein Landhaus in der damaligen Zeit aufgebaut war. Unter anderem wurden die so genannten Hypokausten, die damaligen Fußbodenheizungen, sowie die Bade- und Küchenräume anhand der erhaltenen Überreste erklärt.

Nach den Referaten bekamen die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, ihre erworbenen Kenntnisse durch die Lösung kleiner "archäologischer" Aufgaben, die sie in Gruppen bearbeiteten, zu vertiefen.

Am späten Vormittag ging es von der Villa Rustica aus wieder zurück nach Speyer. Nach der Mittagspause trafen sich die Schülerinnen und Schüler gestärkt am Historischen Museum der Pfalz, um den zweiten Programmpunkt des Exkursionstages, den Besuch der römischen Ausstellung, in Angriff zu nehmen. Während am Vormittag ein großes Maß an Vorstellungskraft nötig war, um sich aus den Fundamenten der Villa Rustica ein Bild des Gebäudes in seinem ursprünglichen Zustand zu rekonstruieren, vermittelten die in der Ausstellung gezeigten Exponate und Rekonstruktionen ein wesentlich anschaulicheres Bild der damaligen Epoche. Aufgeteilt in zwei Gruppen wurden die Teilnehmer von Mitschülern, die sich im Vorfeld auf die Themen Religion, Bestattung, Militär, Wirtschaft und Alltagsleben vorbereitet hatten, durch die Ausstellung geführt. Alles in allem hatten die beiden Geschichtskurse einen anstrengenden, aber informativen Tag und haben dabei viele interessante Einblicke in das Leben in der römischen Pfalz vor 2000 Jahren erhalten.

Lea Kunkel, Sophie Loos, Susan Steinhauer

 

 

DIE RHEINPFALZ, Speyerer Rundschau, Ausgabe Nr.57, 09. März 2011, S. 21.
Quelle: DIE RHEINPFALZ, Publikation: Speyerer Rundschau, Ausgabe: Nr.144, Datum: Freitag, den 25. Juni 2010, Seite: Nr.16

 

 

Exkursion zum Konzentrationslager Dachau (18.02.2010)

von Fabian Castelli

 

Konzentrationslager (KZ), Arbeitslager, Vernichtungslager sind Begriffe, mit denen die meisten Menschen heutzutage den Nationalsozialismus und den Holocaust verbinden. Zuerst wurden die KZ zur Konzentrierung der politischen Gegner und der nicht arischen Rasse genutzt, um sie dort unter unmenschlichen Verhältnissen arbeiten zu lassen. Das KZ Dachau – es wurde bereits am 22. März 1933 errichtet – galt seinerzeit als Versuchsstätte für die größeren Vernichtungslager, vor allem im Osten. So wurde in Dachau versucht die industrielle Massenvernichtung zu verbessern. Ein hierfür vorgesehener „Brauseraum“ wurde im KZ Dachau nicht zur Massentötung mit Gas genutzt. Insgesamt sind für das KZ 41.566 Todesfälle belegt.  

Am 18. Februar 2010 besuchten die Leistungskurse Geschichte von Herrn Kühn und Herrn Schwonke und der Grundkurs Geschichte von Frau Anders das KZ Dachau. Nach viereinhalbstündiger Busfahrt erreichten wir gegen 11.30 Uhr Dachau bei München.

Obwohl ein großer Teil des ehemaligen KZ-Geländes heute anderweitig verwendet wird, ist das ca. 1km² große Stammlager als Gedenkstätte eingerichtet worden. Die Führung durch das KZ begann damit, dass wir durch den einzigen Eingang, mit der berühmten Inschrift „Arbeit macht frei“, das Stammlager betreten hatten. Jedoch darf man sich Dachau nicht wie Auschwitz vorstellen, da keine Bahngleise durch die Tore gehen und auch sehr viel weniger selektiert wurde. Im Stammlager selbst befindet sich neben den Baracken auch ein großer Exerzierplatz, auf dem die Gefangenen täglich aufmarschieren mussten, gezählt wurden und im Extremfall bis zu einem Tag stehen mussten. Nachdem wir die Weite des Lagers verspürt hatten, gingen wir zunächst in den wohl grausamsten Bereich, den Krematoriumsbereich. Dort steht ein kleines Krematorium, das anfangs verwendet wurde, um die toten Arbeiter einzuäschern, und daneben ein weiteres, größeres Gebäude. Dieses Gebäude verließen die meisten nur noch als Asche. Am Eingang befinden sich zuerst Desinfektionskammern. Darauf folgen ein Warteraum und ein Auskleidezimmer. Danach der „Brauseraum“, sowie die Leichenhallen und das Krematorium.

Nachdem wir diesen Teil gesehen hatten, gingen wir an den Gedenkkirchen verschiedener Konfessionen vorbei über den Exerzierplatz in den Gebäudekomplex, in dem einst die Aufnahme von neuen Häftlingen erfolgte. Heute ist dort ein Museum untergebracht. Hinter diesem Haus betraten wir darauf den „Bunker“, in dem besondere Gefangene in Einzelzellen inhaftiert waren, bzw. von der SS verhört wurden. Zum Abschluss wurde uns noch ein Film über den Nationalsozialismus und speziell über das KZ Dachau gezeigt.

Persönlich kann ich für mich sagen, obwohl man zwar viele Bilder aus dem Geschichtsunterricht kennt, ist doch das Gefühl, das einen überkommt, wenn man durch das Eingangstor geht oder wenn man vor dem Brauseraum steht, unbeschreiblich. So muss ich auch zugeben, dass ich selbst nicht durch die „Gaskammer“ gegangen bin, sondern um das Gebäude herum vom Auskleidezimmer ins Krematorium. Seltsam finde ich jedoch, dass heute ein großer Bereich des ehemaligen SS-Führungsgeländes von der bayrischen Polizei genutzt wird, was der Gedenkstätte meiner Meinung nach schadet.




 

 

Speyerer Zeitzeuge berichtet am Schwerd-Gymnasium von seinen Kindheitserfahrungen im Nationalsozialismus

Von Nicolas R. und Kevin C. (30. November 2009)

 

Es gibt immer weniger Zeitzeugen des NS-Regimes, die von den Gräueltaten dieser Zeit berichten können. Dr. Helmut Renner ist einer der Wenigen, welche gegen das Vergessen ankämpfen. Zu diesem Zweck besuchte er am 27. November die Geschichtskurse des Abiturjahrgangs um als Zeitzeuge von seinen Erfahrungen und Erinnerungen aus der Zeit des Nationalsozialismus zu berichten. Als Schüler, welche geschichtliche Ereignisse meist nur aus der Distanz und aus der vermeintlichen Objektivität der Bücher kennen, war es für uns ein mehr als interessantes Erlebnis, die Geschichte aus der umfassenden persönlichen Erfahrung eines heute 83-jährigen Zeitzeugen zu hören. Die persönliche und doch repräsentative Art, in welcher Herr Renner berichtete, erzeugte ein packendes und zugleich beklemmendes Gefühl. Man wird sich bewusst, wie schwierig es war während des Nationalsozialismus Kind zu sein. Die Tatsache, dass Dr. Renner authentisch von Ereignissen in Speyer berichten konnte – er ist gebürtiger Speyerer – verlieh seinem Vortrag eine fast greifbare Nähe, welche durch keinen Film und kein Buch erreicht werden könnte.

1927 in Speyer geboren, erlebte er das Ende der Weimarer Republik mit, auch wenn er damals mit erst fünf Jahren noch viel zu jung war, um die Geschehnisse wirklich zu begreifen. Die Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 sowie deren sofortige Gleichschaltung aller Ebenen sollten sich schon im Kindesalter bemerkbar machen.

1933 in die Speyerer Zeppelinschule eingeschult, begann von Anfang an die Indoktrination nationalsozialistischen Gedankenguts. Viel zu jung um zu begreifen, was hier geschah, wurde den Kindern die Liebe zum Vaterland und dem Führer, Antisemitismus und unbedingter Gehorsam eingetrichtert. So unterwanderte der Führerkult zusehends die altgewohnten Sitten. Persönliche Erinnerungen, wie etwa der Synagogenbrand der Speyerer Synagoge in der Folge der Reichspogromnacht am 9. November 1938, die euphorische Begeisterung bei dem Einmarsch in das entmilitarisierte Rheinland 1936 und bei der Annektion Österreichs 1938, gaben einen privaten Eindruck in das Gefühlsleben der meisten Menschen dieser Zeit. Die Boykotthetze und der Antisemitismus, welche vorerst ihren Höhepunkt in jenem November 1938 fanden, ließen auch Helmut Renner, damals elf Jahre alt, zweifeln. Warum wurden die Häuser unweit der Synagoge gelöscht, nicht aber die Synagoge selbst? Und was hatte der SS-Mann in der Nachbarschaft mit den Anschlägen in dieser Nacht zu tun? Fragen, die nicht gestellt werden durften und für deren Antwort keine Zeit blieb.

Mit gerade 16 Jahren wurde Renner 1943 als Flakhelfer eingezogen und nach Mannheim abkommandiert, dem Krieg fielen nämlich immer mehr Soldaten zum Opfer, sodass die Verteidigung gegen feindliche alliierte Flugzeugverbände zumeist von jungen Flakhelfern gestemmt werden musste. Bewegend und verstörend zugleich waren die Tagebüchereinträge und die Briefe an die Familie nach Speyer, die trotz allem nur schemenhaft das Bild des Krieges aus Kinderaugen nachzeichnen konnten. Die abgeworfenen Bombenteppiche, speziell über der Mannheimer Flak-Stellung, kosteten vier von Herrn Renners Kameraden das Leben. Dennoch waren Liebe und Stolz zum Vaterland so in den jungen Köpfen eingehämmert, dass keinerlei Zweifel aufkamen.

Um nicht zur SS zu müssen, diese war wegen ihres strengen Regiments unbeliebt, meldete er sich freiwillig als Reserveoffiziersanwärter und wurde an die zusammenbrechende Ostfront versetzt. Die unbeschreiblichen Erlebnisse, welche er dort machte, ließen ihn zum ersten Mal an dem, was ihm von klein auf eingetrichtert wurde, zweifeln. Während der Kesselschlacht von Halbe wurde er durch einen Granatsplitter verwundet und kam in ein russisches Lazarett und danach in Kriegsgefangenschaft. Nach seiner frühen Freilassung im September 1945 begab er sich auf die Heimreise nach Speyer. Die lange Trennung von seiner Familie und die Ungewissheit über ihr Schicksal war eine schreckliche Erfahrung für den jungen Helmut Renner.

Dr. Helmut Renners Vortrag endete, mit dem Appell an uns nicht zu verdrängen und zu vergessen. Die Diktatur, in der er aufwuchs, verwehrte ihm die Meinungs- und Gedankenfreiheit und prägte seine Kindheit außerordentlich. Erstmals in der deutschen Geschichte hat sich eine demokratische Staatsform etabliert, welche es zu bewahren gilt.

 

 

 

Leistungskurse Geschichte bei Lothar de Maizière-Besuch in der Landesbibliothek 

"Der Wunsch nach einer gemeinsamen Zukunft" - Lothar de Maizière in der Landesbibliothek

von Phia Meyer (18. November 2009)

Der vom Speyrer Oberbürgermeister Schineller anerkennend als "Ministerpräsident der Einheit" bezeichnete CDU-Politiker Lothar de Maizière hielt am Abend des 17.11. einen eingängigen Vortrag über Themen, die die Welt auch über die deutschen Landesgrenzen hinaus bewegten und bewegen.

Der studierte Jurist referierte über Demokratie, die Überwindung der innerdeutschen Teilung und die "deutsche Revolution" 1989.

Es sei "eine Ehre" und ein "noch vor zwanzig Jahren unerfüllbarer Traum", in Speyer, mitten im Westen Deutschlands, sprechen zu können, erklärte das Mitglied der renommierten Politikerfamilie de Maizière.

Knapp zwei Stunden lang gab de Maizière einen anschaulichen Überblick über die Ereignisse des Spätjahres 1989 und der darauf folgenden turbulenten Zeit.

Der ehemalige DDR-Ministerpräsident betonte dabei wiederholt die Bedeutung des Volkswillens bei der Entwicklung der "Revolution gegen den Kommunismus" und kritisierte entschieden die Hervorhebung einzelner Persönlichkeiten; vor allen Dingen Michail Gorbatschows herausragende Rolle bei der Öffnung nach Westen sei zwar keineswegs zu verkennen,

vergleichbare Auswirkungen hätte aber auch dessen Reformdenken nicht erzielen können, wenn nicht Massen ostdeutscher Bürger im Herbst 1989 große Risikobereitschaft bewiesen hätten und auf die Straßen gegangen wären.

De Maizière lobte aber nicht nur den Mut, sondern auch die Gewaltlosigkeit, durch die das Vorgehen der Demonstranten sich ausgezeichnet habe. Die augenzwinkernd so bezeichnete "Feierabendrevolution" sei auf vorbildliche Weise sozial verantwortlich und friedlich abgelaufen, was eines ihrer bemerkenswertesten Charakteristika ausmache; man habe der Regierung keinen Grund zum Eingreifen geben wollen.

Schon damals, so der Politiker, hätten die Beteiligten jedoch durchaus in dem Bewusstsein gehandelt, der 9. November sei "der Beginn von etwas ganz Neuem". Die Hoffnung der Bevölkerung Ostdeutschlands als Antrieb für den Sturz des autoritären Regimes habe deshalb beispiellose Durchschlagskraft entwickelt; der revolutionäre Charakter der Entwicklungen sei nicht zu leugnen.

Mehrmals appellierte de Maizière, gerade im Hinblick auf die gesamtdeutsche Gegenwart, zudem an die Solidarität zwischen Ost und West. Man dürfe auch heute nicht vergessen, dass die Grundlage der deutschen Einheit nicht nur materieller, sondern vor allen Dingen ideeller Natur sei. Deshalb sei es wichtig, die Einheit als "nie abgeschlossenen Prozess" zu begreifen, der nicht nur vom "Wunsch nach einer gemeinsamen Geschichte", sondern auch von dem nach einer "gemeinsamen Zukunft" geprägt sei.

De Maizières Vortrag lockte (nach Angaben der Tageszeitung "Speyer Aktuell") schätzungsweise 600 Zuhörer in das Foyer der Speyerer Landesbibliothek. Darunter befanden sich viele Schüler der lokalen Gymnasien, für die die Veranstaltung eine bereichernde praktische Ergänzung zum sonst oftmals als theoretisch empfundenen Geschichtsunterricht bot.

Die den Fall der Berliner Mauer bedingenden Entwicklungen und die Herausforderungen, vor die eine Regierung, die "sich selbst so schnell wie möglich überflüssig machen" sollte, gestellt war, aus erster Hand geschildert zu bekommen, war sicherlich eine sehr wertvolle Erfahrung; und gerade so mancher Schüler hat aus dem Vortrag zweifelsohne mehr über die jüngste deutsche Geschichte gelernt, als Geschichtsbücher es ihm hätten vermitteln können.