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Sonntag, 22.10.2017

Theresa Böhringer: Medien in der Zukunft

In der nicht all zu fernen Zukunft wird mich die Medienwelt fesseln. Ohne meinen Terminplaner verlasse ich prinzipiell nicht mehr das Haus, weil ich ohne ihn aufgeschmissen bin. Dort sind alle meine Termine, Telefonnummern, Adressen, Namen eingespeichert und GPS integriert und eine nette Stimme, die mich an Termine erinnert und sich sogar mit mir unterhalten kann. Außerdem ist er eine technische Neuheit. Ein richtig tolles Spielzeug. Ich kann einfach alles mit meinem Terminplaner machen. Er ist einfach der Beste - ein Alleskönner. Wenn ich Probleme habe, kann ich mich mit ihm unterhalten. Meist hilft er mir weiter, muntert mich auf und ist fast wie ein guter Freund. Die Stimme erinnert mich immer an meine Termine, hilft mir Reden zu schreiben, Recherchen zu machen und ich kann alle Menschen jederzeit erreichen. Die Faszination der technischen Möglichkeiten fesselt mich. Ich laufe Gefahr, mich wie einen Roboter steuern zu lassen. Aber will ich das überhaupt?? Wo führt das hin?? Abhängig sein von den Medien und aufgeschmissen sein, wenn die Technik einmal streikt??

Zukünftig will ich mich mit Medien auseinandersetzen und bin auf neue Weiterentwicklungen gespannt. Auf jeden Fall will ich meinen Medienkonsum begrenzen und selbst denken und mich nicht von den Medien manipulieren lassen. Heutzutage gibt es I-Pods, Zeitungen, elektronische Terminplaner, Handys und vieles mehr. Es gibt sogar elektronische Bücher. Ich persönlich liebe es ein Buch in den Händen zu halten und zu lesen, denn das ist ein ganz anderes Gefühl. Der Geruch von neuen Büchern, Seiten blättern und das Gefühl Bücher zu besitzen, macht einfach glücklich. Im Endeffekt möchte ich gerne eine gute Mischung für mich finden von alten und neuen Medien und es auch genießen Zeit ohne Medien zu verbringen. Es muss nicht heißen, dass neue Medien besser sind nur weil sie neu sind.

An dieser Stelle will ich gerne noch einmal auf die Stimme meines Terminkalenders oder Ähnlichem zu sprechen kommen. Kann man sich mit einem elektronischen Gerät unterhalten und über seine Probleme reden wie mit einem echten Freund? Ich denke, diese Stimme hat nur bestimmte Antworten eingespeichert und kann nicht so sensibel sein wie ein Mensch. Wenn unvorhergesehen ein technisches Problem auftritt, wird der virtuelle Freund versagen. In diesen Situationen sehne ich mich nach einem Händedruck, einem verstehenden Blick, einer Umarmung, einfach ein Freund, der immer für mich da ist. Im Moment kann ich mir kaum vorstellen, dass diese Stimme mir einen besten Freund ersetzen kann. Darüber hinaus ist es mir wichtig, dass ich nicht anfange in einer Parallelwelt zu leben und den Kontakt mit „richtigen“ Menschen scheue, denn dieser ist sehr wichtig für mich. Ich möchte mich weiterentwickeln, Ideen auszutauschen und lernen gemeinsam im Team zu arbeiten.

Was im Moment unvorstellbar ist, könnte real werden. Alle Schulbücher online und sogar den Unterricht online. Klassenarbeiten werden dann per PC geschrieben, aber spicken funktioniert nicht, für die, die sich insgeheim schon gefreut haben. Denn man wird von einer Videokamera überwacht. Der Schulunterricht würde dann auch per Konferenzschaltung ablaufen. Wenn man mal etwas nicht versteht, könnte man seinen elektronischen Lehrer fragen und dieser würde bestimmt eine passende Antwort finden. Ich finde man kann die Medien in den Unterricht mehr einbauen, aber man sollte sich nicht ganz auf sie verlassen und es ist auch sehr wichtig, dass Schüler ihre Hausaufgaben handschriftlich bearbeiten und nicht nur online schreiben. So können sie ihre Sprache in geschriebener Form nicht verlieren.

Jetzt will ich mir die Frage stellen, wie sich die Zeitung und das Fernsehen verändern werden. Ich denke die Verlage haben jetzt schon sehr zu kämpfen ihre Zeitungsleser zu halten und müssen sich deshalb sehr gute Ideen einfallen lassen. Das Layout wird sich sehr verändern und vielleicht gibt es die Zeitung dann nur noch online. Die Menschen werden eher die Nachrichten im Fernsehen schauen und somit gibt es weniger Zeitungsleser. Die Redakteure müssen ihre Artikel interessant gestalten und die Gesellschaft ansprechen. Es wird mehr alte Menschen als junge geben, aber deshalb kann man nicht alle Themen auf alte Menschen ausrichten, sondern muss ein gutes Mittelding finden. Das Fernsehprogramm wird sich auch verändern, denn die Menschen werden immer weniger Zeit haben und nur das Wichtigste erfahren wollen. Es soll unterhaltsam sein und gleichzeitig topinformierend das Wichtigste auf den Punkt bringen. Für die älteren Menschen ist das Fernsehprogramm sehr wichtig, weil sie sich oft sehr einsam fühlen und Unterhaltung brauchen. Das heißt, sie versuchen sich eine bessere Welt vorzustellen.

Das sind alles nur Mutmaßungen von mir, wie sich die Medien verändern könnten. Wie sie sich schlussendlich verändern werden, wird sich zeigen. Dennoch müssen die Verlage, Fernsehanstalten, Hersteller von elektronischen Medien sich frühzeitig Gedanken machen, wie sie auf die Veränderung der Bevölkerung, das heißt die Veränderung der Interessen, des Alters und des technischen Fortschritts reagieren.

Die neuen Medien bieten für mich neue faszinierende Möglichkeiten. Dadurch kann ich meine eigenen Ideen besser darstellen und verbreiten. Sozusagen gibt es Vor- und Nachteile von Medienkonsum, die ich hinterfragen und nachvollziehen will. Danach bilde ich mir meine eigene Meinung und entscheide für mich, welche Rolle Medien in meinem Leben spielen. Schlussendlich bleibt das immer meine eigene Entscheidung.