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Sonntag, 25.06.2017

Kurzgeschichten der Klasse 8b

Wir, die Klasse 8b (Schuljahr 2011/2012), haben im Deutschunterricht das Thema  „Kurzgeschichten" durchgenommen. Dabei kam uns die Idee, dass wir doch jeder eine eigene Kurzgeschichte schreiben könnten. Dazu haben wir dann in mehreren Deutschstunden den Computerraum genutzt, denn schließlich sollten die Geschichten auch perfekt formatiert werden.

Die vier besten Kurzgeschichten hat die Klasse ausgesucht und am Infotag in einer Dichterlesung  vorgetragen. Da dies so gut ankam, haben wir entschieden, diese vier Kurzgeschichten auf unsere Schul-Homepage zu stellen (s.u.).

(A.  Jung)

Ryan Adams

Ein Uhr morgens, es war ruhig in der Jugendstrafanstalt. Ryan lag in seinem Bett, konnte aber nicht schlafen. Plötzlich hörte er draußen Reifen quietschen. „Wahrscheinlich das Frühstück für später", dachte Ryan.

Doch dann tauchten drei Gestalten vor seinem Gitter auf und einer machte sich am Schloss zu schaffen, das gleich danach aufsprang. „Wir holen dich da raus", hörte Ryan eine Mädchenstimme. „W-Wer seid ihr?", stotterte Ryan. „Es ist erst einmal egal, wer wir sind", antwortete der Schlossknacker.

„Was ist hier los?", rief ein herbeieilender Wächter, den die dritte Gestalt sofort mit einem Kinnhaken zu Boden schickte. Das Mädchen kniete sich neben den Wächter und murmelte etwas vor sich hin. Gleich darauf stand der Wächter auf, drehte sich um und ging davon.

„Was war das denn jetzt?", wollte Ryan wissen. „Eine Art von Hypnose”, antwortete das Mädchen und ging aus der Zelle. „Mir nach!", flüsterte sie. „Ihr nach!", sagte die dritte Person und schob Ryan aus der Zelle.

Auf dem Gang brannte Licht und Ryan konnte die drei nun besser erkennen: Das Mädchen hatte lange, dunkle Haare und war ziemlich schlank, der Schlossknacker war der kleinste, hatte braune Haare und trug über seinem rechten Auge eine Augenklappe und der dritte war der größte von allen, hatte auch braune Haare und einen kleinen Bart am Kinn.

„Und wie heißt ihr alle?", wollte Ryan endlich wissen. „Na gut", antwortete die dritte Person, „das Mädchen hier ist Kerry, der Schlossknacker ist Ben und meine Wenigkeit: Chris." „Und Kate erwähnst du nicht, oder was?", fragte Kerry. „Ja, und Kate, die sitzt draußen im Van und dreht Däumchen...", meinte Ben. „Ben! Ohne sie könnten wir heimlaufen!", erinnerte Kerry ihn. „Jaja", antwortete Ben, als der Wächter von vorhin um die Ecke kam und ihnen berichtete: „Der Van steht abfahrbereit vor dem Tor, Madam." „Danke, du kannst jetzt Feierabend machen", antwortete Kerry und ließ den Wächter durch.

„Lol!" Ryan konnte nicht fassen, was da eben passiert war und war verblüfft. „Und er liest dir jeden Wunsch von den Lippen ab?", fragte Ryan. „Ja, alles was ich will", antwortete Kerry stolz, als sie auf den Hof gingen. Sie stiegen in den Van ein und schlossen die Türen, als Kate im Rückspiegel einen Wächter angerannt kommen sah. „Halt! Sofort stehen bleiben!", schrie er. Kate trat voll auf das Gaspedal und sie fuhren los.

„Schalte den Polizeifunk ein, Kate, die sind bestimmt schon hinter uns her", meinte Chris. „Ich dachte, so Polizeifunkapparate gibt es nur im Film?", wunderte sich Ryan. „Ich will euch ja nicht stören", meinte Kate, „aber schaut mal nach hinten." Zwei blau-schwarze Wagen mit Sirenen fuhren hinter ihnen her. „Wir gehen jetzt auf Alarmstufe 3, wiederhole: Alarmstufe 3", kam es aus dem Polizeifunkgerät. „Die Cops wollen uns hier wohl gleich an den Kragen...", murmelte Chris.

 „Achtung, Verfolger, wir haben eine Straßensperre in eurer Fahrtrichtung errichtet, 10 67  auf der linken Straßenseite", ertönte es aus laut aus dem Polizeifunkgerät. „Sch - sch - schade!", rief Kerry, „Nagelbänder!"  „Und für was sind Nagelbänder gut?", wollte Ryan sich informieren. „Wenn man über Nagelbänder fährt, platzen die Reifen, man rutscht noch ca. 100 Meter und dann bleibt man stehen und kommt nicht mehr voran", erläuterte ihm Kate.

„Also entweder a) wir machen unsere Reifen kaputt oder b) wir krachen voll in ein Polizeiauto!", versicherte Ben Ryan. „Da vorne ist sie!", rief Kerry. „Okay, festhalten da hinten, jetzt definieren wir Möglichkeit c)!", schrie Kate, zog die Handbremse, schlug das Lenkrad ein und der Wagen drehte sich um 180°. Die zwei Cops, die hinter ihnen fuhren, schlitterten direkt in die Straßensperre. „Mir gefällt Möglichkeit c)!", fand Chris und sie fuhren davon.

 

„Es war zwar schon cool, aber ich will das hier trotzdem nicht noch mal erleben", sagte Ben und alle anderen stimmten ihm mit einem "mhm" zu.

„Schaut mal, ich habe Sandwiches gemacht!" Zum Entsetzen aller anderen zog Ben wirklich eine Schachtel aus seinem Rucksack hervor und nahm sich ein Sandwich. „Mhm, wie lecker!", schwärmte Ben, und bevor Ryan fragen konnte, erklärte ihm Kerry: „Seine Sandwiches sind übel, keine Ahnung, wie er die essen kann. Aber er braucht sie, denn wenn er sich während der Fahrt nicht auf etwas konzentriert, muss er sich übergeben. " Wie auf Kommando nahm Ben auch noch eine PSP aus seinem Rucksack und begann zu spielen.

„Ich glaube, ich muss ... ", kam es plötzlich kleinlaut aus seiner Ecke. „Übergib dich in mein Auto und du bist tot!", drohte ihm Kate. „Anderer Vorschlag", konterte Chris, „kübel in deine Sandwiches und keiner merkt den Unterschied!" Alle fingen an zu lachen, als auf einmal Kate schrie: „Verdammt, ein Rhino!" Ein großes, schwarzes Auto mit fetter Frontstoßstange kam mit Vollgas auf sie zu und machte keine Anstalten auszuweichen.

(Simon Schneider)

 

Der Angriff der Haie

 

Kurz nachdem wir in unserer Hütte ankamen, nahm er meine Hand und wir rannten lachend ans Meer. Ein riesiger weißer Strand erstreckte sich vor uns. Das türkisfarbige Wasser schwappte über meine Füße und alles war in das rotrosa Licht der untergehenden Sonne getaucht.

 

Wir setzten uns auf einen Felsen und er nahm meine Hand, sah mir tief in die Augen und sagte mit leicht vor Aufregung zitternder Stimme: „Wir kennen uns jetzt schon seit zwei Jahren und ich bin mir sicher, dass ich für immer mit dir zusammen sein will. Isabella  Adams, willst du meine Frau werden?“ Ich spürte, wie mir Tränen die Wangen hinunterrollten. „Ja, ja, ich will!“ Ich musste lachen und weinen zugleich. Ich fühlte mich frei und überglücklich.

 

Wir saßen noch lange auf dem Felsen, redeten und küssten uns. Bei Einbruch der Dämmerung spürte ich, dass meine Schuhe nass waren. Erschrocken stellten wir fest, dass um uns schwarzes, kaltes Wasser war. Wir sprangen vom Felsen, hier ging uns das Wasser fast bis zur Hüfte.

 

Wir hatten die Flut vergessen und alles um uns herum aus den Augen verloren. Wir waren fast 2 km vom Strand entfernt. Wir würden es niemals schaffen, bis an die Küste zurückzuschwimmen. Geschockt und ängstlich kletterten wir wieder auf den Felsen. Es wurde dunkel, kalt und das Wasser stieg immer höher. Wir kletterten höher auf den Felsen und kuschelten uns aneinander.

 

Plötzlich sahen wir zwei Flossen aus Meer gucken. Und dann sahen wir sie: zwei riesige Haie. Schnell, bedrohlich und leise glitten sie durchs Meer auf uns zu. Ich schrie und zog meine Beine, die ich herunterbaumeln ließ, hoch. Es wurde immer dunkler, das Meer stieg immer weiter an und mit ihm die zwei schwarzen Schatten, die um den Felsen kreisten.

 

Einer der Haie sprang hoch und für den Bruchteil einer Sekunde konnten wir seine kleinen, blutgierigen Augen sehen, das weit aufgerissene Maul, in das unsere beiden Köpfe reinpassen würden und das voller großer, spitzer Zähne war. Man spürte geradezu die Kraft, die er besaß, wenn er sich in die Luft katapultierte. Doch zum Glück nicht hoch genug, um an uns heranzukommen.

 

„Ich liebe dich!“, flüsterte ich kaum hörbar. Ich zitterte und wieder liefen mir Tränen über die Wangen, doch diesmal nicht vor Freude. Wir waren erschöpft und ich spürte vor Kälte meine Zehen nicht mehr.

 

Welche Ironie: Ich wollte schon immer einmal Haie sehen und ich wollte immer, dass meine Asche im Meer verstreut wird, sodass ich bei den Fischen bin. Jetzt erlebe ich Haie live, werde im Meer sterben und werde bei den Fischen sein, also eher in Fischen.

 

Das Wasser war nur noch einen Meter von uns entfernt und stieg immer schneller an. Wir sahen, dass nun der andere Hai „Anlauf“ nahm, um uns anzugreifen. Wir küssten uns ein letztes Mal und sagten uns, wie sehr wir uns liebten.

 

Da ließ der Hai von uns ab. Irgendetwas hatte ihn abgelenkt und schien ihn ernsthaft zu beunruhigen. Die Haie drehten uns den Rücken zu und schauten nach vorne. Überrascht und glücklich sahen wir angestrengt in dieselbe Richtung und dann bemerkten wir sie auch: Als erstes hörte man nur eine Art Pfeifen. Es wurde immer lauter und immer mehr.

 

Und dann sahen wir sie, ein Schwarm Delfine schwamm und sprang auf uns zu. Die Haie drehten sich zu uns um. Sie schienen sich nicht entscheiden zu können, abzuhauen und auf uns zu verzichten oder eine schmackhafte Mahlzeit zu sich zu nehmen und zu kämpfen. Das Wasser hatte uns erreicht, meine Füße wurden nass, die Haie sahen uns an, sie hatten eine Entscheidung getroffen.

 

Leah Weis, Leonore Roos

 

 

 

 

 

 

"Wieso bekriegen wir uns?"

 Plötzlich ging alles sehr schnell. Der Alarm ertönte und es herrschte 

Chaos auf der Basis. Doch dieses Mal war es ein anderer Alarm.

Es war nicht der Bodenangriff-, sondern der Luftangriff-Alarm. Major Lenox

war erstaunt über diesen Alarm. Wo haben die Afghanen die Jets her?

 

Die Neulinge, die so etwas noch nie erlebt hatten, suchten sofort Schutz vor den Schüssen. Aber die Erfahrenen wussten, was sie zu tun hatten, sie besetzten

die Geschütze und nahmen sich Raketenwerfer. Lenox hatte einen Werfer.

Er dachte trotzdem darüber nach, wie sich ein todgeweihter Afghane fühlt.

 

Schnell vergaß er den Gedanken wieder, als er einen Jet in perfekter Abschusslinie fand. Er schoss. Der Jet stürzte ab und brannte. Lenox wollte trotzdem zur Absturzstelle gehen, ob er jemand verletzt hatte...

Am Jetwrack krabbelte inzwischen ein 17-jähriger Junge heraus. Er hatte ein paar Wunden und einen tiefen Schnitt im Arm von den schlechten Gurten.

 

Jetzt kam auch Lenox. Er sah den Jungen und dieser bettelte um Gnade. Lenox erklärte, dass er ihm helfen wolle, dann sah er dem Jungen die Angst vor dem Tod an. Der Junge veriet ihm  seinen Namen, Rachid hieß er.

 

Für einen Moment hielte Lenox inne und dachte nach, wieso sie sich bekriegten, ok, Rachid sah anders aus und hatte eine andere Meinung, aber trotzdem war er noch ein Mensch wie du und ich. Lenox verarztete Rachid gründlich und versteckte ihn  dann. Wenn ihn irgendjemand fand, würde man ihn töten. Lenox hatte seine Ausrüstung dabei und baute mit Rachid einen Unterschlupf. Danach suchten sie nach  Holz für Feuer.

 

Abends am Feuer erzählte Rachid seine Geschichte und nach und nach verstand er beide Seiten des Krieges. Lenox dachte nach, ob die auf der Basis ihn für tot hielten. Rachid fragte: ,,Wieso bekriegen wir uns eigentlich?“ Lenox sah ihn ganz genau an und sagte: ,,Das weiß keiner so genau.“  ,,Du bist nett“, sagte Rachid. ,,Danke“, antwortete Lenox. Lenox fing an, durch die Geschichte beide Seiten des Kriegs zu verstehen.

 

Vor Müdigkeit schliefen beide ein. Am Morgen wachte Lenox auf und sah,  dass Rachid verschwunden war. Kurze Zeit später raschelte es im Gebüsch und Rachid kam mit frischem Wasser. Am Nachmittag kümmerten sich beide um das Feuer, als plötzlich eine kleine Truppe von Elitesoldaten, die den Auftrag hatten, Lenox tot oder lebendig zu finden, heranmarschiert kam. Sie sahen den jungen Afghanen und zogen  die Waffen. Jetzt merkte Lenox, dass sie schießen würden. Bevor sie schossen, fragte er sie: ,,Wieso bekriegen wir uns und wieso solltet ihr schießen?“

 

(Philipp Haupt)

Bankraub

Er ging die Straße hinauf. Sein Herz pochte. Er war nervös, doch was hatte er zu befürchten? Nichts, denn er hatte auch nichts mehr zu verlieren. Doch so hatte er das eigentlich nicht gewollt. Wie war er da nur hineingeraten?

 

„Na los, mach schon!“ Er verspürte einen Stoß. „Oder kneifst du? Ich hoffe nicht, denn das würde nicht gut für dich enden...“. Der große Mann sah finster zu ihm herunter. Mit so einem Typ legte man sich besser nicht an, dieser Mann war wie sein Vater.

 

Doch sein Vater hatte nicht mehr die Gelegenheit, frei herumzulaufen, er saß in einer Zelle, bis er starb. Und wenn er sich jetzt nicht zusammenreißen würde, würden sie ihn gerade dazusetzen.

 

Nun lief er schneller. Er versuchte, sich die in ihm aufsteigende Nervosität nicht anmerken zu lassen. Seinen Vater hatten sie einfach geholt und verknackt. Einfach so. Mitten in der Nacht hatten sie geklopft. Dreimal.

 

Auch wenn sein Vater nicht unschuldig war, sie waren zu hart zu ihm. Sein Vater nur ein Kleinkrimineller, aber wer war das auch nicht in dieser Gegend?

 

Bald würden sie da sein. Er sah die Männer an, die alle mit ihm gingen. Sie alle hatten schon häufig das Gesetz gebrochen. Und heute würden sie es wieder tun. Und nicht zum letzten Mal.

 

Sie waren alle bewaffnet und hatten ihre Gesichter hinter Masken oder Tüchern versteckt. Sie wollten alle das Gleiche. Geld. Und dafür waren sie auch in der Lage zu töten. Er wollte das alles nicht. Doch jetzt war es zu spät. Gleich würden sie da sein. Er zählte die Sekunden.

 

Da war sie. Die Bank war nicht besonders modern. Daher würde es kein Problem sein, sie auszurauben. Sie war alt und schäbig, wie alles hier in diesem Viertel.

 

Die nächsten Augenblicke vergingen wie im Film. Sie hatten das Geld bereits, als einer der Angestellten den dummen Fehler machte und versuchte sie aufzuhalten. Jemand schoss. Zweimal. Der Mann ging zu Boden.

 

Sie flohen. Sie rannten die Straßen hinunter und verteilten sich. Er konnte bereits die Sirenen der Polizeiwagen hören. Wie lange würde er wohl sitzen? 10 Jahre? Oder 20 Jahre? Oder mehr? Auch wenn er noch ein Junge war, darauf würden sie keine Rücksicht nehmen. Sie würden ihm wahrscheinlich noch ein paar Jahre dazu geben, schließlich war er schwarz.

 

Er rannte. Schneller. Würden sie ihn kriegen? Würde seine Mutter ihm verzeihen? Er erreichte den Wald außerhalb der Stadt. Hier würde er sich verstecken können, bis die Sonne untergehen würde. Es ist zwar nicht der beste Platz, dachte er, aber hier würden sie ihn nicht finden.

 

Als es langsam dunkel wurde, wagte er sich zögernd nach Hause. Da er ziemlich müde war, legte er sich ins Bett, sobald er daheim war. Mitten in der Nacht wachte er auf. Er war plötzlich hellwach. Sein Puls raste. Er versuchte wieder einzuschlafen, doch er hatte immer wieder die Bilder im Kopf, als sein Vater geholt wurde. Von ihnen.

SIE.

Draußen hörte er, wie ein Auto vorbeifuhr und anhielt.

WÜRDEN.

Er hörte gedämpfte Männerstimmen.

IHN.

Es klopfte.

HOLEN.

Dreimal. Sie waren da.

 

 

(Tizia Klein)