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Mittwoch, 23.08.2017

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Programmmusik

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Programmmusik (gr. programma, schriftliche Bekanntmachung) bezeichnet Musik, die sich von Themenvorgaben aus dem nicht-musikalischen Bereich (wie Dichtkunst, Malerei, Bildhauerei, Natur, Technik u.ä.) anregen und beeinflussen lässt.

Im Gegensatz zur Absoluten Musik wird Programmmusik demnach von einer außermusikalischen Idee geleitet, welche der Komponist als Überschrift, Erläuterung oder Inhaltsangabe dem Werk beifügt und die er in Musik "übersetzt".

Programmusik ordnet man allgemein der Epoche der Romantik zu (parallel zum Beispiel zu den zahlreichen aufkommenden Naturbeschreibungen in der Literatur), allerdings gibt es schon in der Barockmusik "rhetorische Figuren", die Empfindungen ausdrücken sollen, ein frühes Beispiel: Jean-Fery Rebel (1666-1747): Die Elemente, Orchestersuite. Spätestens bei Joseph Haydns Oratorium Die Schöpfung darf man begrifflich von Programmusik sprechen. In der Klassik wird dieses Genre nur vermindert fortgesetzt, da hier die Maxime eines homophonen, "einfachen Stiles" vorherrscht, "programmlose" Sonaten und Sinfonien entstehen. In der Romantik erhält die Programmusik durch die Werkform der Sinfonischen Dichtung (Franz Liszt schrieb derer gleich zwölf) oder der Konzertouvertüre (bei Felix Mendelssohn-Bartholdy) seine volle Ausprägung. Nicht nur Emotionen oder Naturbeschreibungen, sondern auch konkrete historische Ereignisse (Hunnenschlacht von Liszt oder Wellingtons Sieg oder die Schlacht von Vitoria von Ludwig van Beethoven), Literaturnacherzählungen (Hector Berlioz: Harold in Italien, Sinfonie mit Solobratsche nach einer Vorlage von Lord Byron) oder fiktive Programme (Richard Strauss: Ein Heldenleben, Tondichtung op. 40) finden sich in Programmmusik. Mit dem beginnenden 20. Jahrhundert verliert der Begriff an Bedeutung, da es selbstverständlich geworden ist, Werke absolut oder programmatisch anzulegen. Im ursprünglichen Sinn findet sich aber auch heute noch vereinzelt Programmmusik, zeitgenössische Beispiele sind zum Beispiel Three Screaming Popes für Orchester des britischen Komponisten Mark-Anthony Turnage nach einer Bildvorlage von Francis Bacon oder das turbulente Orchesterstück An Orkney Wedding (Eine Orkney-Hochzeit) von Peter Maxwell Davies.

Weitere bekannte Beispiele für Werke der Programmmusik in der Musikgeschichte sind:

Man kann den Begriff Programm auch etwas abstrakter und weiter fassen. Das mathematische Kapitel der Theorie der finiten Automaten gehört etwa dazu. In dieser so weiter gefassten Definition von Programmmusik darf die Filmmusik nicht ausser Betracht gelassen werden. Ziel eines Stücks Filmmusiks ist fast stets innerhalb weniger Sekunden die visuelle Szene emotional zu verstärken oder den Seher auf die nächste Szene vorzubereiten. Auch Marten Brouwers Doktorarbeit: context sonification (Zusammenhangsvertonung - maarten@murb.nl) aus dem Jahr 2004 ist als ein wichtiger vorbereitender Schritt zur Schaffung eines Lexikon der Musikphrasen versus ausgelöster Gefühle anzusehen. Damit erhält der Begriff Programmmusik eine Ausweitung und neben der wirtschaftlichen Bedeutung für die Vertonung von Werbefilmen auch eine weitere Qualität in Richtung strukturiertes Wissen über Auslöser von Gefühlen.